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Schülerinnen und Schüler der ORS gedenken ehemaligen jüdischen Mitschülerinnen und Mitschülern

In einer bewegenden Feierstunde  am 27.Januar 2011  im Malersaal des Kulturhauses Osterfelds  berichteten Schülerinnen und Schüler der Osterfeld-Realschule über ehemalige jüdische Mitschülerinnen und Mitschüler  und Lehrkräfte  an unserer Schule. Von 1936 bis 1938 befand sich an unserer Schule (damals Hindenburgschule) das Schulgetto für die jüdische Kinder Pforzheims. Die 38 Schüler und Schülerinnen und 4 Lehrkräfte wurden ausgegrenzt, verfolgt und in zwei Klassenzimmern zusammengepfercht. Mit dem 27.Januar, dem Tag der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, stellt sich auch Pforzheim seiner Vergangenheit.

  

Die Feier wurde durch den Chor der ORS unter Leitung von Herrn Rittler mit dem „Lied von Gurs“ eröffnet, dessen Text von Jugendlichen im Lager Gurs/Südfrankreich gedichtet wurde. Anschließend sprach Oberbürgermeister Gert Hager über diese schreckliche Zeit und brachte zum Ausdruck, dass alles Mögliche getan werden muss, damit sich  so etwas Schlimmes und Unmenschliches auf der Welt nicht wiederholt.

  
 
Ein besonderer Dank ging an Herrn Demnig, den Initiator der  Aktion Stolpersteine.
Unser Oberbürgermeister hob hervor, dass  durch zahlreiche Spenden die Stolpersteine und die zwei dreiteiligen Gedenktafeln im Eingangsbereich unserer Schule und im Kulturhaus Osterfeld finanziert wurden. Dies zeige, dass den Bürgern Pforzheims das Schicksal der Nazi-Opfer nicht gleichgültig ist und Pforzheim gegen das Vergessen „ankämpft“.


(Von links: Gerhard Brändle; Konstantin Richter; Ramona Seeger; Silvia Tarara; Rebecca Eger; Jessica König; Katharina Schäfer und Salvatore Potestia)
 
 
Anschließend stellten und die oben genannten Schülerinnen und Schüler mit ihrem Lehrer Gerhard Brändle die Biografien ehemaliger jüdischen Schüler vor. Der Vortrag der Biografien wurde durch eine anschauliche Power-Point-Präsentation mit Portraits der Kinder und Lehrkräfte unterstützt.

  
(Von links: Fritz Schönthaler
vom Amateur Theaterverein, Bärbel Gerstenäcker
vom Amateur Theaterverein, Kyriaki Alexandridou und Betül Tasci erstellen die Power-Point Präsentation)
 
Nach dieser Präsentation wurde die Veranstaltung im Eingangsbereich unserer Schule fortgesetzt. Dort wurden die dreiteilige Gedenktafel durch (von links) Gerhard Baral (Kulturhaus Osterfeld), Oberbürgermeister Gert Hager, unseren Rektor Herrn Schneider, Lehrer Gerhard Brändle und Barbara Stollberg (Konrektorin Grundschule) feierlich enthüllt.
Unser Rektor, Herr Schneider, betonte zuvor in einer Rede, dass er und sein Kollegium alles daran setzen werden, dass Rassismus, Hass und Diskriminierung in unserem Schulhaus nie Einzug finden werden.

 

 
 
Anschließen sprach Rabbiner Bar-Lev ein Totengebet, das von Hans Ade, Pfarrer i.R., übersetzt wurde. Hans-Martin Schäfer, Dekan i.R., erklärte den Grundgedanken der Initiative „Stolperstein“, nämlich jedem Opfer seinen Namen zu geben und damit sein Schicksal vor dem Vergessen zu bewahren.
Nach der Beendigung der Veranstaltung im Schulhaus wurden vor dem Haupteingang  einige der Stolpersteine von Herrn Demnig gesetzt, die den 38 Kindern und vier Lehrkräften gewidmet sind.

  
 
Gerhard Brändle, Schülerinnen und Schüler verteilten anschließend Broschüren mit den zuvor gelesenen Biografien. Die Biografien der Kinder und Lehrkräfte sind in www.pfenz.de unter dem Suchbegriff: „Stolpersteine 27.Januar 2011“ zu finden.



Bilder: Karl Heinz Geiger (ORS), Gerhard Ketterl (PZ)
Text: Konstantin Richter