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10. Grund- und Realschule (1970-1975)

Umbaumaßnahmen 1974
Das Bild zeigt die Umbaumaßnahmen 1974. Dieser bisher letzte Umbau war genau genommen ein Rückbau zur Schule, denn die Stadtverwaltung war in das 1973 fertiggestellte neue Rathaus umgezogen. Jahre zuvor wurde überlegt, aus den freien Räume eine Handelsschule oder ein Wirtschaftsgymnasium zu machen.

1970 fiel die Entscheidung für eine Grund- und Realschule. Die Grundschule wurde nötig, weil die Wege der Kleinen zur Brötzinger-, zur Weiherberg- und zur Schanzschule zu weit und zu gefährlich waren. Die Realschule mußte sein, weil die Adenauer-Realschule auf dem Buckenberg/Haidach aus allen Nähten platzte. 
Osterfeldschule ab 1975
Die Einweihung der Osterfeld Grund- und Realschule fand am 19. August 1975 statt.

Über 700 Realschülerinnen und Realschüler und fast 200 Grundschulkinder zogen in eine alte, aber nach modernsten Erfordernissen renovierte Schule ein.

1975 lag an der Realschule die durchschnittliche Klassengröße bei 34,5 Schülerinnen und Schüler, heute sind wir bei einer Klassengröße von 28,4. Schon vor 25 Jahren forderten viele Lehrkräfte und Eltern einig: 25 sind genug ! 
Baustelle der Turnhalle
Die Baustelle zeigt, was der alten neuen Schule 1975 noch fehlte, eine Turnhalle, denn in der alten Knaben-Turnhalle von 1907 spielte ja immer noch das Stadttheater. Im Jahr 1977 war es dann soweit: Ein Komlex mit vier Hallen bietet seitdem alle Möglichkeiten für den Schulsport, die Schule ist komplett. 

Eigentlich könnte die Vorgeschichte der Osterfeld - Grund- und Realschule jetzt enden, aber noch ist die Baustelle nicht geschlossen. 
Umbau der Turnhall zum Theater
Der Umbau der Turnhalle zum Theater 1947 und 1948 war für eine Übergangszeit von zehn bis 20 Jahren gedacht. In Pforzheim dauert alles etwas länger, deswegen wurde hier über 40 Jahre unter schwierigsten Verhältnissen professionell Theater gespielt.

Das Theater öffnete sich auch Schul- und Amateur-Theatergruppen, mit dem "Podium" kam 1969 eine Experimentierbühne hinzu. Das Provisorium endete am 16. Juni 1990 - die Sitzreihen im Theatersaal wurden mit Plastikfolie abgedeckt.
Räume für Asylbewerber im Osterfeld
Noch hing das Schild "Stadttheater", als im Juni 1991 in einigen Räumen Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge aus Rumänien und Jugoslawien untergebracht wurden. Bis zu 19 Personen mußten in einem Zimmer leben. Im Oktober wurde hier ein Brandanschlag mit einem Molotow-Cocktail verübt. Die Kundgebung am folgenden Tag stand unter dem Motto: "Miteinander gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit".
Kulturhaus Osterfeld
Schon vor dem Auszug des Stadttheaters aus dem Osterfeld 1990 entbrannte eine hitzige Diskussion um die weitere Nutzung der Räume. Das Ergebnis nach vielem Hin und Her vor allem ums Geld ist bekannt: 1994 eröffnete das Kulturhaus Osterfeld seine Pforten; einige Klassenräume werden am Nachmittag und Abend vom Kulturhaus mitbenutzt. 
Somit ist das Osterfeld heute wieder das, als was es 1907 erbaut wurde:
Kulturhaus Osterfeld
"Nicht nur Lernschule, sondern Erziehungsschule; sie soll sozial erziehen zur Selbständigkeit und zur Selbsthilfe", so sprach Stadtschulrat Ziegler vor 93 Jahren. Der würdige Herr mit Rauschebart hieß Gustav Noller und war sozialdemokratischer Stadtrat. Er ließ bei der Einweihung 1907 ein Gedicht vortragen, in dem es - zwar altmodisch formuliert, aber doch passend für Schule und Kulturhaus - heißt:

"Bauen wir den geist'gen Steg 
uns´rer Jugend Bildungsweg 
Immer wollen wir die Jugend 
lehren, was sie führt zur Tugend. 
Stärken ihre geist´gen Kräfte, 
ihr veredeln Herz und Sänfte."