2. Die Schule in der Kaiserzeit (1907-1914)

Lageplan aus dem Jahr 1919
Der Lageplan aus dem Jahr 1919 zeigt rechts vom Schulgebäude, also im Osten, den Eingang an der Grenzstraße mit einem Tor zum Schulhof. Der Haupteingang an der Ecke Nessler-/Osterfeldstraße im Südwesten war hohem Besuch wie z.B. der Großherzogin vorbehalten, Kinder und Lehrkräfte benutzten die Eingänge im Hof. Westlich der Schule begannen Gartengelände Richtung Brötzingen, nur entlang der Westlichen standen schon Häuser. 
Grundriß des Erdgeschosses
Der Grundriß des Erdgeschosses zeigt die drei Flügel, oben und links für Mädchen, unten die Zimmerreihe für die Jungen. Eine zwei Stockwerke hohe Turnhalle gab es ursprünglich nur für Jungen, heute ist das der große Saal des Kulturhauses. 
Knaben-Turnhalle
So sah die Knaben -Turnhalle einmal aus. Da im Jahr 1906 Turnunterricht auch für Mädchen eingerichtet wurde, mußte die Mädchenturnhalle, der heutige Malersaal des Kulturhauses, während des Baues eingeplant und ausgeführt werden. 
Klassenzimmer
Mindestens 24 Zweierbänke stehen in diesem Klassenzimmer, also können wir von einer Klassengröße von knapp 50 Kindern ausgehen. Im Jahr 1908 waren es 2392 Kinder, für die 49 Klassenzimmer zur Verfügung standen. So kommen wir zu einer Klassengröße von 48.
Mädchen in der Schule
Der Zaun in der Mitte des Schulhofes diente der Trennung der gesamten Schule nach Mädchen und Jungen: In der Pause drehten rechts die Mädchen paarweise unter Aufsicht ihre Runden im Kreis, links die Jungen, ordentlich durch den Zaun auseinandergehalten. Die Mädchen waren im Nordflügel und an der Neßlerstraße, wo heute die Grundschule und Fachräume sind. Die Jungenabteilung war entlang der Osterfeldstraße. Selbstverständlich gab es sowohl vom Hof als auch von der Straße her getrennte Eingänge für die Geschlechter.
6. Jungenklasse im Jahr 1913
Das Foto zeigt eine 6. Jungenklasse im Jahr 1913. Es wurde aufgenommen im Singsaal im Dachgeschoß. Der Lehrer hieß Hermann Friedrich Helffenstein. In der oberen Reihe der Fünfte von rechts, der Junge mit weißem Hemd und komisch abgeschnittener Krawatte, ist Bruno Bader, der Gründer des Großversandhauses Bader. Die Klassengröße war 46 Schüler. 
Siebtklässlerinnen aus dem Jahr 1913
Die Siebtklässlerinnen wurden 1913 fotografiert. Fast alle tragen Kleider, die bis zur Wadenmitte reichen und fast alle haben Zöpfe. Die Matrosenkrägen haben etwas mit der Aufrüstungspolitik des Kaiserreiches zu tun und mit dem Flottenverein, der den Bau von Kriegsschiffen gegen England forderte. Der Lehrer hieß Schork; als er im Krieg verwundet wurde, lag er in seiner Schule, die 1914 zum Lazarett wurde.