7. Die Schule im Krieg (1941-1945)

Schießübung im Zeltlager der HJ (1933)
Im Turnunterricht an den Schulen wurde zwar Handgranaten-Werfen geübt, Schieß-Training gab es aber in der Hitler-Jugend: Der Zweck der gesamten Erziehung in der Nazi-Zeit war Kriegsvorbereitung. Das Bild stammt aus dem Jahr 1933 von einem gemeinsamen Zeltlager der HJ mit der evangelischen Jugend in Moosbronn bei Herrenalb. Mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen 1939 begann der Krieg, der zum Weltkrieg werden sollte. 
Lazarett im 2. Weltkrieg
Im Oktober 1941 wurde die Schule wieder zum Lazarett. Die meisten Verwundeten kamen nach dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion von der sogenannten "Ostfront". Die Aufnahme zeigt das "Diphtherie-Zimmer" im Jahr 1942: Verwundete mit Ansteckungs- also Infektionskrankheiten mußten in eine Isolierstation, abgeschottet von allen Anderen.
Schnappschuss aus dem Schulhof der Osterfeldschule
Der makabre Schnappschuß zeigt ein Sportfest 1943 im Hof des Osterfeld: Häufig waren Arme oder/und Beine amputiert. Durch Massagen, Gymnastik und Heilbäder sollte die Bewegungsfähigkeit wieder hergestellt werden.

Nach jedem Transport lagen auf den Gängen die Schwerverletzten: "Es war ein Jammer, dies zu sehen. Sie stöhnten voller Schmerzen", berichtete Frau Staib, die in der Verwaltung arbeitete. Wer wieder einigermaßen arbeitsfähig war, wurde in der Rüstungsindustrie eingesetzt.
Weihnachten 1943
Mit der "Kriegs-Weihnachtsfeier" 1943 bei Kaffee und Kuchen sollten die Verwundeten in Laune gehalten werden.

Es gab in diesem Jahr schon 48 Mal Fliegeralarm mit 79 Stunden Dauer in Pforzheim. Im Keller des Osterfeld wurden deswegen einfache Backsteinwände eingezogen. So entstand eine Kellerstation für Schwerverwundete wie z.B. Querschnittsgelähmte, weil man sie bei den immer häufiger werdenden Alarmen nicht so einfach in den Keller schicken oder transportieren konnte. 
Aufmunterung durch Musik
Zum "totalen Kriegseinsatz" gehörte, die Verwundeten nicht nur körperlich wieder fit zu machen, um sie an die Front oder in die Rüstungsindustrie schicken zu können, sondern sie auch aufzumuntern. 1943, als dieses Bild entstand, hatte Propaganda-Minister Goebbels zum "totalen Krieg" aufgefordert.

Am 1. April 1944 fielen die ersten Bomben auf Pforzheim. Der Krieg war an seinen Ursprung zurückgekommen. Von Oktober bis Dezember 1944 gab es zwölf Bombenangriffe auf die Stadt, meistens entlang der Bahnlinie. 
Pforzheim am 23. Februar um 20.03 Uhr
Ab der Jahreswende 1944/45 wurde Fliegeralarm zum Dauerzustand, die Luftschutzräume wurden zum ständigen Aufenthaltsort. 1945 gab es acht Bombenangriffe mit 388 Toten, am 23. Februar beherrschten vier Fliegeralarme den Tag.

Der kurz vor 20 Uhr beginnende Angriff von 369 Flugzeugen der britischen Luftwaffe mit 28 000 Zentner Bomben zerstörte 80 % der Gebäude der Kernstadt, über 18 000 Menschen mußten qualvoll sterben. Das Bild zeigt unten den Zusammenfluss von Nagold und Würm am 23. Februar um 20.03 Uhr. 
Pforzheim nach dem Bombenangriff
Da das Osterfeld an der westlichen Grenze des Bombenteppichs lag, schlugen an der Neßlerstraße zwar zwei Sprengbomben ein und in der Nähe noch Brandbomben, aber alle Verwundeten und das gesamte Personal konnten sich aus dem Gebäude retten. Als Notunterkunft diente die naheliegende Antoniuskirche.

Die Schule brannte aus, Decken stürzten ein, aber die Fassade und die Mauern blieben stehen - viel im Vergleich zu den meisten Gebäuden der untergegangenen Stadt.