3. Das Osterfeld im Krieg: Lazarett (1914-1918)

Kinder spielen "Soldädles"
Mit dem Kriegsbeginn im Sommer 1914 wurde das Osterfeld zum Lazarett. Die Kinder wurden auf andere Schulen verteilt, bei den ersten gewonnenen Schlachten gab es schulfrei. Aus dem Jahr 1914 stammt auch das Foto mit den Jungen, die militärisch in Reih' und Glied mit Trommler und Fahnen angetreten sind und "Soldädles" spielen - der jüngste Kriegsfreiwillige in Pforzheim war gerade 15 Jahre jung. Die Propaganda machte die Leute eilig, ins Verderben zu rennen: In der ersten Augustwoche 1914 wurden 123 Kriegstrauungen vollzogen. Vor dem Krieg gab es in Pforzheim 14 militärische Vereine mit über 2200 Mitgliedern.

Die ersten Verwundeten, es waren 31 französische Kriegsgefangene, trafen am 24. August 1914 in Pforzheim ein. Sie wurden in der Knabenturnhalle untergebracht, dann füllten sich schnell auch die Klassenzimmer, in denen 10 bis 12 Betten standen. 
Großherzogin Luise bei ihrem Besuch des Osterfeld-Lazaretts
Vorne in der Mitte mit Blumen sitzt die 77 Jahre alte Großherzogin Luise, eine Tochter Kaiser Wilhelm I., bei ihrem Besuch des Osterfeld-Lazaretts am 6. Juli 1915. Sie war Gründerin des Badischen Frauenvereins vom Roten Kreuz und besichtigte auch die Küche, in der für die über 600 Verwundeten und 125 Personen Personal gekocht wurde. 
14 000 Männer und Jugendliche aus Pforzheim zogen in den Krieg um neue Kolonien, um "einen Platz an der Sonne", zuerst freiwillig und mit "Hurra"-Geschrei, dann gezwungen; 1455 kamen kriegsversehrt, also verwundet zurück, ohne Arme oder Beine oder mit zerschossenen Augen, 2271 waren tot. 
Der Kaiser verschwand, Deutschland wurde zu einer Republik mit freiem und geheimem Wahlrecht - auch für Frauen.