9. Vorläufiger Musentempel (1946-1990)

Aufforderung der amerikanischen Besatzungsbehörde
Pforzheim war wie ganz Deutschland nach dem Krieg besetzt. Die Stadt kam der Aufforderung der amerikanischen Besatzungsbehörde im August 1945, Bücher zu sammeln und die Stadtbücherei wieder zu eröffnen, rasch nach. 
Aufruf zur Bücherspende
Im September 1945 waren schon Räume gefunden, wo die Bücher als Grundstock für die Stadtbücherei gesammelt wurden. Die Wiedereröffnung der Stadtbücherei fand jedoch nicht mehr 1945, sondern erst am 15. April 1946 statt, und zwar im Erdgeschoss des Osterfeld. 
Lesezimmer der Stadtbücherei
Die Aufnahme vom Lesezimmer der Stadtbücherei im Osterfeld stammt von 1957. Anfangs mußten Leserinnen und Leser ihren Wunsch schriftlich äußern, das Personal holte dann das ensprechende Buch - oder es war eben nicht da. In einem Leserbrief verlangte ein Leser das, was uns heute selbstverständlich erscheint: "... ungestört und im Bewusstsein des selbstverständlichen Vertrauens selbst in den Regalen nach seinem eigenen Geschmack suchen".  Mit der Einrichtung eines Lesezimmer 1953 mit Tages-, Wochen-, Monats- und Fachzeitungen sowie Nachschlagewerken und Vorstellung von Neuanschaffungen verbesserte sich die Situation. 

Ende 1959 zog die Stadtbücherei in den ersten fertiggestellten Abschnitt des Reuchlinhauses an der Jahnstraße um. 
40 Jahre Theater im Osterfeld
Die Aufnahme stammt zwar aus dem Jahr 1986, zeigt aber, was an Kultur es im Osterfeld jahrzehntelang gab, nämlich Theater.

Das Stadttheater in der Westlichen war am 23. Februar 1945 zerstört worden, ab Ende 1945 wurde vorläufig in der Brötzinger Turnhalle Theater gespielt. Nach Planungen 1946 und Verzögerungen beim Umbau der Knaben-Turnhalle in ein "Kammerspielhaus" kam es am 11. September 1948 zur Eröffnung des Stadttheaters im Osterfeld. Das Provisorium war für höchstens 20 Jahre gedacht, mußte aber über 40 Jahre halten - doch dazu später.