8. Multifunktionelles Provisorium (1945-1970)

Osterfeld nach 1945
Nach der Befreiung von der Nazi-Herrschaft und dem Kriegsende am 9. Mai 1945 waren alle öffentlichen Gebäude im Stadtentrum zerstört. So wurde das Osterfeld, da nur ausgebrannt, mit einfachsten baulichen Mitteln notdürftig wiederhergestellt. Bereits am 31. Juli 1945 zog das Bürgermeisteramt entlang der Neßlerstraße ein: Das Osterfeld wurde zum Rathaus. 
Pforzheimer Polizei im Osterfeld
Das Bild zeigt die Pforzheimer Polizei, denn auch diese war ab Oktober 1945 im Osterfeld stationiert. Im Hintergrund steht noch das Tor, durch das vor dem Krieg die Schüler in den Schulhof kamen. Die zwei kleinen Räume rechts und links vom Haupteingang, wo heute in der Pause der Bäcker steht, dienten als Arrestzellen, in denen mancher seinen Rausch ausschlief oder bis zur Vorführung vor den Richter festgehalten wurde.
Eingang zum Osterfeld
Nach 12 Jahren Diktatur fanden endlich wieder freie Wahlen statt. Am Eingang des Wahllokals Osterfeld warben die Parteien um Stimmen bei den Wählern. Das war nicht nur Rathaus, Polizeidirektion, Einwohnermeldeamt und Wohnungsamt, sondern auch Sitz der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer. 
Trauung im Standesamt
1950 kam auch das Standesamt in den 2. Stock des Osterfeld. Brautpaar und Trauzeugen sind nicht bekannt, wohl aber der Name des Standesbeamten: Er hieß Julius Renner und hat das Bild zur Verfügung gestellt.

Der Standesbeamte Stierle erinnerte sich an längere Haare in den sechziger Jahren, lässige Kleidung und an eine Heirat, bei der die Braut "oben ohne" erschien. Mit ein Einweihung des neuen Rathauses am Marktplatz 1973 war die Rathaus-Zeit des Osterfeld beendet.