5. Osterfeldschule in der Republik (1919-1933)

Osterfeld wurde wieder Volksschule
Im Sommer 1919 wurde das Osterfeld endlich wieder zur Volksschule, aus dieser Zeit stammt auch das Zeugnis des Schülers Ernst Brändle, dem Vater des heutigen Lehrers am Osterfeld. Es ist unterschrieben von Herr Winterbauer, dem "ersten Lehrer", so lautetete damals die Bezeichnung des Schulleiters bzw. Rektors.
Mädchenklasse 1920
Die Not nach dem Krieg wurde immer größer: Die Zahl der Arbeitslosen nahm nicht ab, aber die Lebensmittelpreise stiegen und die Löhne wurden immer weniger wert. Diebstähle und Straßenprostitution nahmen zu und Ruhr- und Tuberkulosefälle mehrten sich. Deswegen richtete die Stadt in der "Kochschule", also der Schulküche des Osterfelds, eine Ausgabestelle für die "Quäkerspeisung" ein. In der großen Pause gab es als "Schülerspeisung" Milch, Kakao und Brötchen, um den allgemein geschwächten Zustand der Kinder aufzufangen. Mittags wurden täglich bis zu 3000 Essen für Kinder sowie werdende und stillende Mütter verteilt, finanziert durch Spenden der Quäker aus den USA, einer kleinen Kirche, die 1947 den Friedensnobelpreis bekam.
Zeugnis der Frauenarbeitsschule
Im Fachwerkhaus an der Grenzstraße waren die Wohnungen der Hausmeister. 1920 waren genau 50 Mädchen in dieser 5. Klasse. Die Lehrerin hieß Frau Seltenreich. Die meisten Mädchen trugen noch Zöpfe, aber die Röcke waren deutlich kürzer als vor dem Weltkrieg 

1921 wurde die Nordstadtschule fertiggestellt. Damit gab es mehr Platz im Osterfeld, der von der "Fortbildungsschule für Mädchen" und für den praktischen Unterricht der "Frauenarbeitsschule" genutzt wurde. Das Zeugnis mit fast nur "sehr gut" stammt von Amalie Vincon, der Mutter von Herrn Brändle, der jetzt Lehrer am Osterfeld ist. 
Fortbildungsschülerinnen in der Küche