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1. Die Vorgeschichte der Schule (1905 - 1907)

Gemarkungsplan Brötzingen
"Osterfeld" war die Bezeichnung für ein Stück Land, eine Gemarkung im Osten von Brötzingen, das östliche Feld, als Brötzingen noch eine selbständige Gemeinde war. Auf dem Plan von 1898 ganz rechts ist die Bezeichnung zu erkennen. Die Grenzstraße östlich der Osterfeld-Schule war also einmal die Grenze zwischen der Stadt Pforzheim und dem Dorf Brötzingen.
Karikatur zum Streit um den Anschluss Brötzingens an Pforzheim
Für die Frage, warum auf diesem Stück Land der Nachbargemeinde eine Schule gebaut wurde, gibt es zwei Antworten: Die erste Antwort liegt in der Eingemeindung Brötzingens vor 95 Jahren. Die Karikatur zeigt den Streit um den Anschluss Brötzingens an Pforzheim. Ab dem 1. Januar 1905 gehörte das Osterfeld-Gelände zur Stadt. 
Die zweite Antwort liegt im Wachstum der Stadt, einer wahren Bevölkerungsexplosion auf Grund der größer werdenden Schmuck- und Uhrenindustrie: Bei der Gründung des Deutschen Reiches 1871 lebten in Pforzheim gerade 20 000 Menschen, 1905 mit den frisch dazugekommenen Brötzingern waren es schon 60 000. Zehn Jahre später hatte Pforzheim fast 80 000 Einwohner, das inzwischen ebenfalls zur Stadt gehörende Dillweißenstein mitgerechnet. Zwischen 1884 und 1914 entstanden zehn neue Schulen, um die wachsende Zahl von Kindern mit Schulraum zu versorgen.
Gesuch zur Erstellung eines neuen Volksschulgebäudes
Das Dokument ist das Gesuch des Stadtrates von Pforzheim, die "Erstellung eines neuen Volksschulgebäudes betr." - so steht es rechts unter dem Datum. Die Pläne für die damals größte Schule im Land Baden stammten vom Stadtbaumeister Alfons Kern, nach dem die Gewerbeschule benannt wurde. Die Bauarbeiten dauerten zwei Jahre. 
Einweihung der Osterfeld-Schule
Das Bild stammt vom 5. September 1905, dem Tag der Einweihung der Osterfeld-Schule. Die Kinder standen auf der Grenzstraße und das Tor führte in den Schulhof. Es war ein wolkenverhangener, aber doch trockener Donnerstag. Um zehn Uhr begann die Einweihungsfeier mit dem Schulchor. Die im Hof aufgestellten Kinder mußten vier lange Reden hoher Herren anhören, bis sie noch einmal singen durften und dann alle eine große Brezel geschenkt bekamen. Im Gebäude rechts vom Tor wohnten die Hausmeister.